Prof. Dr. Jens Schröter

Sa 24.05.2014
17:00 › 18:00 — Lichthaus, Saal 2

Von Einstein bis Primer. Eine Geschichte der Zeitreise.

Spätestens seit H.G. Wells The Time Machine von 1895 ist die Zeitreise ein zentrales Motiv von Literatur, Film und später dann auch Fernsehen. Interessant ist, dass Wells’ Buch 1895 erschien, also (ungefähr) in dem Jahr, in welchem auch das Kino selbst das Licht der Welt erblickte – und Wells’ Buch heißt The Time Machine, bindet also die Möglichkeit einer Bewegung durch die Zeit ausdrücklich an Technologie (und nicht z.B. an Zauberei). Daher konnte Medientheoretiker Vilém Flusser ja auch viel später schreiben: „Der Filmemacher […] kann, was Gott nicht kann, den Ablauf des Prozesses selbst in Zeitrichtungen außerhalb der strahlenförmigen Linearität umlenken.“
In dem Vortrag soll ein kurzer historischer Überblick über die Geschichte der Zeitreise und über die Funktion dieser Phantasie der Beherrschbarkeit der Zeit in einer von Medientechnologien geprägten Moderne gegeben werden.

Biografie
Prof. Dr. Jens Schröter: Geb. 1970 in Darmstadt. 1999-2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter, Stiftungsprofessur Theorie und Geschichte der Fotografie Universität Essen, seit 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Virtualisierung von Skulptur. Rekonstruktion, Präsentation, Installation“ des Siegener kulturwissenschaftlichen Forschungskollegs Medien¬umbrüche. Seit 2008 Professor für „Theorie und Praxis multimedialer Systeme“ an der Universität Siegen. Einer der antragsstellenden WissenschaftlerInnen des Graduiertenkollegs „Locating Media“ an der Universität Siegen. Projektleiter (zusammen mit Prof. Dr. Lorenz Engell, Bauhaus-Universität Weimar) des Forschungsprojekts „Die Fernsehserie als Projektion und Reflexion des Wandels“ im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1506: Mediatisierte Welten. März/April 2014 „John von Neumann-Scholarship“ an der Universität Szeged.