„Furchtlos“: Weimars backup_festival feiert 18. Jubiläum

Bereits zum 18. Mal fand Weimars studentisches Kurzfilmfestival backup vom 18.-22. Mai statt! Unter dem Motto „Fearless“ liefen rund 80 Kurzfilme in den Wettbewerbskategorien „backup.award“, „clip.award“ und „backup.at.home“.  Außerdem wurde in diesem Jahr erstmalig der „Weimarer Poetryfilmpreis“ von der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. und dem Poetryfilmkanal in Zusammenarbeit mit dem backup.festival vergeben. Zusammen mit dem umfangreichen Rahmenprogramm waren auf dem Festival rund 300 filmische Arbeiten zu bestaunen.

backup wird von Studenten der Bauhaus-Universität Weimar in Zusammenarbeit mit dem FILM e.V. Jena organisiert und bietet Studenten und Absolventen von Medien-, Gestaltungs- und Kunsthochschulen aus der ganzen Welt die Möglichkeit, ihre Kurzfilme zu präsentieren. An fünf vielfältigen Festivaltagen genossen rund 2200 Besucher die entspannte Atmosphäre in den Räumen des Lichthaus Kinos im Weimarer E-Werk, im Gaswerk, der Eckermann Buchhandlung, bei Radio LOTTE Weimar, in der Other Music Academy (OMA) und in verschiedenen studentischen WGs. Darüber hinaus konnten über 100 Filmemacher und Fachbesucher aus verschiedenste Ländern der Welt wie Frankreich, Bangladesch, den USA, Mexiko, Großbritannien, Russland begrüßt werden.

Die Festivalleitung, federführend Juliane Fuchs und Anne Körnig, zog bei der Preisverleihung am Samstagabend im Lichthaus Kino ein positives Fazit des diesjährigen Festivals: „Wir haben auch in diesem Jahr wieder ein großartiges, vielfältiges Festival erlebt und können sehr stolz auf die vergangenen Tage zurückschauen.“

Im Jahr 2016 erreichten das Festival mehr als 2500 Einsendungen aus 104 Nationen, darunter Filme aus der Demokratischen Republik Kongo, Frankreich, dem Iran, Madzedonien und den Philippinen.

Für den backup-award wurden filmische Arbeiten gesucht, die sich kreativ mit verschiedenen Produktions- und Ausdrucksweisen des filmischen Formats beschäftigen. Die Idee von backup ist es, nicht nur das bereits entdeckte zu zeigen, sondern sich immer weiter zu entwickeln und dem bisher Unentdeckten eine Plattform zu geben.

Die Vielfalt und Verschiedenheit der gezeigten Filme hat der dreiköpfigen Jury, bestehend aus dem Journalisten Benedikt Otto vom MDR, der Filmemacherin Laura Engelhardt und der Kurzfilmexpertin Sylke Gottlebe, die Entscheidung nicht leicht gemacht. Schließlich konnten während der feierlichen Preisverleihung am Samstagabend die Gewinner der von der Sparkasse Mittelthüringen gestifteten Preise bekannt gegeben werden.

Die Jury des backup.award vergab drei Preise für den besten Kurzfilm. Einen Preis, dotiert mit 1000 Euro, gewann der Animationsfilm „Cumulus“ von Hector Delgado, in dem es um die Welt eines Kindes geht, das mit seinen Eltern außerhalb der Stadt wohnt. „Die künstlerisch arrangierten Tableaus verbinden minimalistische Animationen in grotesk schrägen Szenen und kreieren dadurch eine bizarre Stimmung, die den Film einzigartig macht.“, hieß es in der Begründung der Jury.

Ein weiterer Jurypreis für den besten Kurzfilm, dotiert mit 500 Euro, ging an „Putain“ von Cypria Donato, der sich mit einem kurzen Ausschnitt aus der Lebenswelt von sechs Prostituierten beschäftigt. Sensibel und einfühlsam visualisiere Donato die widersprüchlichen Emotionswelten ihrer Protagonistinnen, so die Begründung der Jury.

_DSC9269

Der mit 2500 Euro dotierte Publikumspreis für Kurzfilm, der  backup.collaboration.award konnte durch ein auch in diesem Jahr wieder erfolgreiches Crowdfunding auf der Plattform VisionBakery finanziert werden. Das Publikum entschied sich in diesem Jahr für den Film „Bachyt“ von Ruslan Bekshenov und Aleksandr Amulin.

Ebenfalls begeistert davon war auch die backup.award-Jury und vergab einen weiteren Preis für den besten Kurzfilm an „Bachyt“. Der Film beeindrucke „durch seinen subtilen Humor, der die absurde Arbeitsroutine sowie die sterile Leere präzise kommentiert.“

Der Gewinner des erstmalig vergebenen und mit 1000 Euro dotierten 1. Weimarer Poetryfilmpreis der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V., des Poetryfilmkanals und des backup_festivals ist der Animationsfilm „What about the law?“ von Charles Badenhorst. Er setzt sich dabei mit einem südafrikanischen Gedicht und dem Apartheidsregime auseinander. „Die scheinbar raue bzw. spröde Gestaltung bildet einen gelungenen Kontrapunkt zur Schwere des lyrisch verhandelten Themas. So ergänzen sich die inhaltliche und audiovisuelle Ebene auf wunderbare Weise.“, so lautete die Begründung der Jury, bestehend aus der Dichterin Nancy Hünger, dem Filmemacher Hubert Silecki und dem Leiter des ZEBRA-Poetryfilmfestivals Thomas Zandegiacomo Del Bel.

Den Publikumspreis gewann der US-amerikanische Film „STEEL AND AIR“ von Chris und Nick Libbey. Er basiert auf einem Gedicht des US-amerikanischen Dichters John Ashbery.

In der Kategorie clip.award, bei der es um das beste Musikvideo ging, gab es ebenfalls einen Publikumspreis, den der lautstark bejubelte Regisseur David Campesino für sein Video „When you say stay“, das er mit Sebastian Linda gemeinsam entwicklete, entgegennehmen durfte. Außerdem bekam er eine lobende Erwähnung der Jury für seine Arbeit.

Als Hauptpreis für die Musikvideos wurde der backup.liqiuid.sound.club.award vergeben. In diesem Jahr entschied sich die Jury dafür, zwei Gewinner zu prämieren:
„Baggage Man“ von Matthias Gerding und Dennis Colquhoun und „N.I.K“ von Romeu Runa, jeweils dotiert mit 500 Euro, gestiftet vom Liquid Soundclub und Toskana World.

_DSC9215

„Baggage Man“ beeindrucke durch seine Ambivalenz und hohe Emotionalität, „N.I.K“ zeige durch seine starke Kamera “den Ausbruch des Protagonisten aus äußeren und inneren Zwängen.“

Der von Partisan Vodka gestiftete „backup.herzblut.award“ geht in diesem Jahr an den Film „Till jail do us apart“ von Josero und Mariana Emmanuelli . Der „backup.herzblut.award“ wird durch eine Abstimmung unter den Zuschauern des Programms backup.at.home vergeben, bei welchem Filme in verschiedenen studentischen WGs in Weimar gezeigt werden. Die unterhaltsame Komödie über ein verbrecherisches Pärchen, das kurz vor ihrer Inhaftierung noch den Bund der Ehe schließen möchte, hat den Zuschauern am besten gefallen.

Begleitend zum Wettbewerb gab es auch beim 18. backup.festival ein umfangreiches Rahmenprogramm. Neben Podiumsdiskussionen mit Fachleuten aus dem Medienbereich, gab es auch verschiedene Sonderprogramme zu bestaunen, u.a. mit Filmen aus Singapur, Russland, von Madagaskar, zu den Themen „Furchtlos“, „Horror und Trash“, eine Werkschau zum Schaffen des österreichischen Animationsfilmemacher Hubert Sielecki, sowie ein von Zata Banks aus Großbritannien kuratiertes Poetryfilmprogramm.

Auch die große bckp-Party im Gaswerk am Freitag erfreute sich hoher Beliebtheit.

Das backup.festival-Team möchte sich bei allen Filmemachern, Partnern, Unterstützern, Helfern und natürlich seinen Zuschauern für das erneut großartige Festival bedanken.

Alle Beteiligten und Gäste freuen sich schon auf die 19. Auflage des backup.festivals 2017. Besucher aus Thüringen und der ganzen Welt sind schon heute herzlich eingeladen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.