Preisträger Backup_Filmfestival 2016: Jurybegründungen

Preisträger


  • backup-award

dreiköpfige Jury:
Journalist Benedikt Otto vom MDR,
Filmemacherin Laura Engelhardt,
Kurzfilmexpertin Sylke Gottlebe

Preise für den besten Kurzfilm, gestiftet von der Sparkasse Mittelthüringen dotiert mit 2500 Euro
„Putain“ von Cypria Donato (B) – 500 Euro

Begründung: Sensibel  und einfühlsam visualisiert die Filmemacherin Cypria Donato die widersprüchlichen Emotionswelten ihrer Protagonistinnen. In ihren facettenreichen Animationen zeigt sie Weiblichkeit und Körperempfindungen. Eine Fülle an assoziativen Momenten halten die Spannung zwischen Schönheit und Unbehagen.

„Cumulus“ von Hector Delgado (PER) – 1000 Euro

Begründung: Cumulus besticht durch seine eigenständig herausragende Bildästhetik.
Die künstlerisch arrangierten Tableaus verbinden minimalistische Animationen in grotesk schrägen Szenen und kreieren dadurch eine bizarre Stimmung, die den Film einzigartig macht.

„Bachytvon Ruslan Bekshenov und Aleksandr Amulin (R) – 1000 Euro

Begründung: Beeindruckt von der Vielschichtigkeit der universellen Geschichte, die in einem surrealen Setting spielt, vergibt die Jury den Preis für den besten Kurzspielfilm an „Bachyt“. Der Film überzeugt durch seinen subtilen Humor, der die absurde Arbeitsroutine sowie die sterile Leere präzise kommentiert.

audio.network.award, gestiftet von Audio Network im Wert von 2500 Euro
„Fay“ von Sabine Volkert (D) – Audiolizenzen im Wert von 2500 Euro

Publikumspreis für Kurzfilm – backup.collaboration.award, finanziert durch Crowdfunding auf der Plattform VisionBakery dotiert mit 2500 Euro
– „Bachyt“ von Ruslan Bekshenov und Aleksandr Amulin (R) – 2500 Euro


  • 1. Weimarer Poetryfilmpreis

dreiköpfige Jury:
Dichterin Nancy Hünger,
Filmemacher Hubert Sielecki,
Leiter des ZEBRA-Poetryfilmfestivals Thomas Zandegiacomo Del Bel

Preis der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V., des Poetryfilmkanals und des backup_festivals, dotiert mit 1000 Euro
„What about the law?“ von Charles Badenhorst (SA) – 1000 Euro

Begründung: Das Gedicht ist in Afrikaans geschrieben, die englische Übersetzung ist als Schrift im Film grafisch integriert. Dies macht es einfacher dem Text zu folgen und ist aber auch wichtiger Bestandteil des Filmes.
Das Gedicht ist rhythmisch gesprochen und arbeitet mit dem Mittel der Wiederholung bzw. des Refrain. Der monotone Vortrag verstärkt die Kraft der inhaltlichen Mitteilung und macht diesen Gedichtfilm zu einem starken und unvergesslichen Ereignis.
Wir hören das Gedicht durch das Radio gesprochen, wie eine Nachricht, der man beiläufig beim Frühstück folgt. Somit reflektiert der Film zugleich unseren Umgang mit medial vermittelten Nachrichten respektive Katastrophen.
Das Gedicht beschreibt in drei Strophen die Willkür totalitärer Gesellschaftsformen und deren Auswirkungen. Es stellt sich die Frage, nach welchen Gesetzen diese Willkür funktioniert und nach den Rechten der Menschen.
Die scheinbar raue bzw. spröde Gestaltung bildet einen gelungen Kontrapunkt zur Schwere des lyrisch verhandelten Themas. So ergänzen sich die inhaltlichen und audiovisuellen Ebenen auf wunderbare Weise. Dies und die gelungene sowie ausgeglichene Kombination von Animation, Schriftfilm und politischer Bewusstmachung sind der Grund für die Juryentscheidung.
Der Erste Weimarer Poetryfilmpreis, vergeben durch die Literarische Gesellschaft Thüringen e.V. und das backup_festival, geht an den Film WHAT ABOUT THE LAW von Charles Badenhorst nach dem gleichnamigen Gedicht von Adam Small.

Publikumspreis für Poetryfilm
– „STEEL AND AIR“ von Chris und Nick Libbey (US) – 250 Euro


  • backup.clip.awardbackup.liqiuid.sound.club.award

dreiköpfige Jury:
Designerin und Künstlerin Claudia Köcher,
Filmemacher und Journalist Daniel Pfeiffer,
Filmemacher Kai Stänicke

Preis für das beste Musikvideo im Programm backup.clip.award, gestiftet vom Liquid Sound Club und Toskana World dotiert mit 1000 Euro
„Baggage Man“ von Matthias Gerding und Dennis Colquhoun (D) – 500 Euro

Begründung: Mit seiner magischen und innovativen Animation zieht „Baggage Man“ von Matthias Gerding und Dennis Colquhoun den Zuschauer in seinen Bann. Momentaufnahmen, aufgelöst in unzählige einzeln leuchtende Punkte, entwickeln neue Sichtweisen und Dynamiken. Durch die Entfremdung der Standbilder wird der emotionale Zugang nicht etwa gemildert, sondern verstärkt. Eigene Geschichten zu dieser von Tristesse gezeichneten Welt, entstehen in den Köpfen der Zuschauer. Die unzähligen Punkte können dabei sowohl eine Auflösung in Moleküle als auch den großen galaktischen Zusammenhang darstellen. So bleibt der Film immer ambivalent und erzeugt in seiner Reduzierung höchste Emotionalität.

„N.I.K“ von Romeu Runa (P) – 500 Euro

Begründung: N.I.K fesselt uns vom ersten Moment an mit seinem grandiosen Hauptdarsteller.
In einen inneren Kampf verstrickt, lässt Romeu Runa den Zuschauer fragend zurück: Was ist los mit diesem Mann? In einer fesselnden Plansequenz entfaltet sich langsam die Szenerie. In seinem Setting und mit einer starken Kamera zeigt uns der Film den Ausbruch des Protagonisten aus äußeren und inneren Zwängen. Dabei bleiben die Bilder stets extrem ästhetisch und bildgewaltig. André Santos ist ein beeindruckender Film gelungen.

Lobende Erwähnung der Jury
„When you say stay“, von David Campesino und Sebastian Linda (SE) – 250 Euro

Begründung: „When You Say Stay“ besticht durch einen großartigen Cast, allen voran seiner facettenreichen Hauptdarstellerin. Mit einfallsreichen und spannenden Symbolbildern erzählt der Film die Geschichte vom Verlust der Freude und deren Rückgewinn. Sie lässt sich auf die aktuelle Situation übertragen, ohne dabei zu deprimieren. Dabei geht es nicht nur um Xenophobie sondern um das Ausgrenzen von Minderheiten in vielen Bereichen. David Campesino und Sebastian Linda lassen den Zuschauer jedoch mit einem Gefühl der Hoffnung zurück.

Publikumspreis für Musikvideo, dotiert mit 250 Euro
„When you say stay“, von David Campesino und Sebastian Linda (SE) – 250 Euro


  • backup.at.home backup.herzblut.award

Publikumspreis für Kurzfilme im Programm backup.at.home, gestiftet von Partisan Vodka dotiert mit 250 Euro
„Till jail do us apart“ von Josero und Mariana Emmanuelli (PRI) – 250 Euro

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